Dein Käsebrötchen macht dich arm (oder reich)

Konnte kein schönes Bild von einem Käsebrötchen finden. Schinkenbrötchen erfüllt aber auch den Zweck ;)

Warum die kleinen Dinge am Ende den großen Unterschied machen.

Du hast die Wahl: heute ein Käsebrötchen oder morgen mehr Geld und Zeit für das Leben deiner Träume.

Wenn du deinen Arbeitstag damit beginnst, auf dem Weg noch schnell ein belegtes Brötchen und einen Kaffee zu kaufen, wirst du für den Rest deines Lebens ein Sklave deines Chefs bleiben.

Du denkst, ich übertreibe? Nicht im geringsten.

Warum dich dein Käsebrötchen + Kaffee langfristig 4x soviel kostet, wie du denkst

Nehmen wir an, bei Bäcker XY kostet dich dein grade erwähntes Frühstück fünf Euro. In Wirklichkeit kostet es aber keine fünf Euro, sondern 20 Euro! „Herr Zeitreich, du spinnst“, wirst du jetzt sagen. Nein, keinesfalls. Heute kostet es dich fünf Euro, aber diese können in 20 Jahren zu einem kleinen Vermögen von 20 Euro anwachsen.

Wenn du dein Käsebrötchen + Kaffee Monat für Monat anlegst (siehe „kleines 1×1 des Anlegens“), beispielsweise in einen thesaurierenden ETF des MSCI World (siehe „ein ETF und dir gehört die Welt“) und wir mit einem durchschnittlichen Wachstum von 7 % rechnen, ist dein Käsebrötchen + Kaffee nach zehn Jahren bereits zehn Euro wert (72er Regel; lerne, wie schnell sich dein Geld verdopllen kann) und nach zwanzig Jahren kannst du die versprochenen 20 Euro auf den Kopf hauen.

Es kommt noch dicker…

Natürlich verlangt dein Magen nicht nur montags nach Käse und Kaffee, sondern die ganze Woche über.

Du arbeitest fünf Tage die Woche, gibst also Woche für Woche 25 Euro aus (=100 Euro/Monat; 1200 Euro/Jahr).

Wir runden diese Summe auf 1000 Euro ab, da du hoffentlich ein paar Wochen Ferien im Jahr hast, dir gelegentlich etwas zu essen vorbereitest und es außerdem die weitere Rechnung etwas unkomplizierter für mich macht.

1000 Euro sind bereits eine sehr beeindruckende Summe, aber du argumentierst eventuell grade noch, dass es dir die Zeitersparnis am Vorabend wert ist.

Wenn du dieses Geld allerdings Monat für Monat anlegst und wir von einem durchschnittlichen Wachstum von 7% ausgehen, dann hast du nach 10 Jahren bereits fast 14.000 Euro in deinem Depot und nach 20 Jahren satte 41.000 Euro (schau dir diesen Taschenrechner für Dividenden an).

Dir vergeht jetzt hoffentlich schon der Appetit auf dein Käsebrötchen, aber du denkst vielleicht immer noch, dass ich übertrieben hätte, als ich von Reichtum und Zeit ohne Ende gesprochen habe.

Wo kannst du außerdem täglich/wöchentlich sparen?

Ich gebe dir recht: 40.000 Euro sind ein schöner Haufen Geld, aber reichen noch nicht ganz für Geld und Zeit ohne Ende.

Allerdings gibt es mit Sicherheit noch ein paar andere kleine Gewohnheiten, die du ändern kannst. Dann werden aus den gesparten 5 Euro pro Tag ganz schnell 10 oder 20 Euro am Tag.

Diese Aufgabe überlasse ich jetzt dir: Rechne mit den unterschiedlichen Ersparnissen aus, wie viel Geld du sparen könntest. Spiele mit dem Dividendenrechner und teste eine paar unterschiedliche Beträge (siehe Link). Ich verspreche dir, dass du motiviert sein wirst, an der ein oder anderen Stelle ein paar Euro für dein neues Depot zur Seite zu legen.

Wo könnt ihr sparen?

Da ihr vielleicht nicht täglich ein Käsebrötchen + Kaffee kauft, müsst ihr jetzt für ein paar Minuten eure grauen Zellen anstrengen. Wo könnt ihr täglich ein paar Euro sparen?

Ich freue mich über eure Kommentare, an welcher Stelle ihr täglich/wöchentlich ein paar Euro sparen könnt.

Was wäre das Geld in 20 Jahren wert?

Häufig mache ich im Kopf eine kurze Überschlagsrechnung, wie viel Geld ich in 10 oder 20 Jahren mehr im Depot haben könnte (bei einem angenommenen Wachstum von 7 %). Besonders bei mittleren und größeren Anschaffungen überlegt man es sich dann doch zwei Mal, ob man es wirklich braucht oder nicht.

AnschaffungHeutein 10 JahrenIn 20 Jahren
Neue Sneaker120 €240 €480 €
Neues Sofa2.000 €4.000 €8.000 €
Reise nach Südafrika5.000 €10.000 €20.000 €
Neues Auto30.000 €60.000 €120.000 €

Und jetzt kommt der wichtige Teil. Man muss abwägen, ob es einem auch das Geld wert ist, welches man in 10 oder 20 Jahren auf dem Depot haben könnte.

Brauche ich wirklich schon wieder ein paar neue Sneaker, wenn mein Schuhregal so oder so noch zu voll ist? Für 480 € wahrscheinlich noch nicht.

Brauch ich wirklich ein Auto für 120.000 €, wenn es auch ein wesentlich günstigeres gebrauchtes Auto tun würde? Wahrscheinlich nicht.

Möchte ich trotzdem nach Südafrika gehen? Ja! Es ist einer der großen Träume von Frau Zeitreich und wer weiß, wie sich in 20 Jahren unsere Lebenssituation verändert hat! Dafür gebe ich gerne das Geld aus, auch wenn es in 20 Jahren 20.000 € sein könnten.

Es ist also wichtig, sich nicht plötzlich alles zu verwehren. Das klappt langfristig so oder so nicht! Es geht darum, weniger Dinge anzuschaffen und zu konsumieren, die einen nicht wirklich glücklich machen.

Diese kleine Kopfrechnung hilft euch hoffentlich in Zukunft dabei, die richtige Entscheidung bei den kleinen und großen Ausgaben zu treffen.

Herr Zeitreichs praktische Tipps für den Alltag:

  1. Bereite am Abend ein Bircher Müsli vor; Zeitaufwand drei Minuten (Rezept; bereitet es direkt in einem alten Marmeladenglas vor, das du mitnehmen kannst; mein eigenes Spezialrezept folgt noch).
  2. Kaufe dir einen Coffee-to-go Becher.
  3. Lese dir „Das kleine 1×1 des Investierens“ durch.
  4. Investiere 1x/Monat das gesparte Geld und werde #zeitreich.

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